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BP Gelsenkirchen: Europas größter Raffinerie-TÜV hält IFÜREL in Atem

Mehrere Jahre Vorausplanung bedurfte dieser für den Herbst 2018 vorgesehene gut sechswöchige Stillstand bei der BP in Gelsenkirchen. Dass dennoch nicht alles planmäßig lief und dass die letzte Anlage bis heute noch nicht wieder in Betrieb genommen werden konnte, ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass dieser Turnaround in seinen Dimensionen seinesgleichen sucht…

Anfang September stand das Werk in Gelsenkirchen-Horst (10 Anlagen) komplett still, zusätzlich einige Anlagen in Gelsenkirchen-Scholven. Um die 100 Firmen waren mit bis zu 3.500 Mitarbeitern in drei Schichten in das Projekt eingebunden, darunter IFÜREL mit in der Spitze 80 Mann. Aus eigener Kraft heraus hätte IFÜREL das kaum bewerkstelligen können – zwar war die Mannschaft vor Ort schon 2017 um 100 Prozent aufgestockt worden; dennoch mussten zusätzlich zwei polnische Fremdfirmen mit ins Boot geholt werden, mit denen man bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hatte.

Mit der Verdoppelung der Mannschaft ging aber auch eine überproportionale Verjüngung einher – und so gehörte es zu den größten Herausforderungen, ein kompetentes Team zusammenzustellen, das die notwendigen speziellen, oft nur durch jahrelange Erfahrung zu erzielenden MSR-Kenntnisse (das Fachwissen in Bezug auf Gerätetechnik, Leitsysteme und Prüftechniken) mitbringt.

Nach inzwischen fünf Monaten, die der Turnaround seine Mannschaft inzwischen beschäftigt, bilanziert Heinrich Golla daher mit gemischten Gefühlen: einerseits ein spannender, lohnender Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen, andererseits ein steter Balanceakt zwischen dem, was noch geht, und dem, was eigentlich kaum noch zu stemmen ist: der immense Personalbedarf gerade an Fachkräften hat immer wieder große Lücken gerissen an anderer Stelle; die nebenher laufenden Instandhaltungsaufträge mussten personell auf ein Minimum heruntergefahren werden, Golla selbst musste teilweise in den Prüfteams einspringen, um „immer wieder entstehende Löcher zu stopfen“. Stolz ist er aber auf den Zusammenhalt seiner Mannschaft und die Gesamtleistung. Trotz der hohen Arbeitsdichte habe man den Stillstand zudem ohne Unfälle gemeistert. „man wächst mit den Aufgaben“, stellt Golla fest. Und er will niemanden besonders hervorheben: „es haben alle zusammen hervorragende Arbeit abgeliefert.“ Er vergleicht die im Einzelnen äußerst verantwortungsvollen Jobs mit einer „Operation am offenen Herzen“: wenn (abgesehen von Kleinigkeiten) irgendetwas schief geht, stehen gleich alle Räder still und Riesen-Produktionsausfälle sind die Folge.

Aber letztlich wollen wir genau da hin, sagt Golla: hin zu anspruchsvollen Aufgaben wie Instandhaltung, Bereitschaft, Prüfarbeiten nach BetrSichV, weg von reinen Montagearbeiten. Solche Aufträge sorgen für eine verlässlichere Personalplanung und eine gute Auslastung übers Jahr.

Zu den Verzögerungen im Anfahrprozess einiger Anlagen (zwei Anlagen waren vor Weihnachten noch nicht wieder in Betrieb genommen) kam es letztlich insbesondere dadurch, dass bei derartigen Raffinerien während der Reparaturarbeiten immer wieder Sachverhalte auftauchen können, die vorher nicht feststellbar waren. Dann müssen Ersatzteile bestellt und teilweise noch gefertigt werden, Maschinenteile ausgetauscht werden usw. Der Umfang dieser Unwägbarkeiten sprengte die gesamte Planung des TAR. Die BP in Gelsenkirchen gehört zu den größten Raffinerien Europas.

Steckbrief / TAR in Zahlen:

  • Standort: BP Gelsenkirchen-Horst
  • Betroffene Anlagen : 10
  • Zeitraum (ursprünglich). 02.09.-16.10.2018
  • Aufgabenstellung: 12 MSR-Projekte (300.000 EUR) und TAR (1,2 Mio. EUR)
  • Eingebundene Mitarbeiter: ca. 80
  • Bisher verfahrene Stunden: 27.350
  • Beteiligte Firmen: ca. 100

Quelle: BP Europa SE

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